
Am Donnerstag, dem 19. November 2009 wurde der Zwischenstand des Verkehrsgutachtens auf Einladung des Bezirksamtes im BVV-Saal des Rathauses Tiergarten durch das Bezirksamt und die beauftragten Gutachter/innen vorgestellt.
Einige Aspekte des Gutachtens:
- Alle Aktivitäten stehen unter dem Vorzeichen, dass nur wenig Geld für die Maßnahmen eingesetzt werden kann. Daher sind die Umgestaltungen relativ gering.
- Auf der Grundlage des Verkehrsgutachtens wird ein Grünflächengutachten vergeben oder ist schon vergeben worden.
Zur Turmstraße:
- Die Turmstraße wird nicht zurückgebaut, um die breiteren Bürgersteige der 60er Jahre wieder zu erreichen, sondern durch Bemalung der Fahrbahn sollen die wesentlichen Veränderungen erreicht werden.
- Pro Fahrtrichtung soll eine Fahrbahn zur Verfügung stehen. Insgesamt bewegen sich auf der Turmstraße pro Tag 18.000 Fahrzeuge. Dieser Verkehrsfluss ist auch mit einer Fahrspur pro Richtung zu erreichen.
- Zwischen der "Parkspur" und der Fahrspur wird ein Radweg auf der Fahrbahn geschaffen.
- Die Turmstraße wird durchgehend mit Bäumen bepflanzt.
- An den Übergangsstellen wird der Bürgersteig verbreitert, so dass an den Bereichen, an denen Menschen etwa auf Ampeln warten, die Aufenthaltsqualität erhöht und die Unfallgefahr vermindert wird.
- Der Bürgersteig soll durch eine einheitliche Pflasterung (wahlweise Betonplatten oder "Charlottenburger Platten" aufgewertet werden.
- Vor dem Rathaus soll ein gemeinsamer Verkehrsbereich für alle Verkehrsteilnehmer/innen ("shares space") geschaffen werden, der den Übergang in dem Bereich erleichtert.
Zur Tusnelda-Allee:
- Die Tusnelda-Allee wird für den durchfahrenden Privatverkehr geschlossen, muss aber für den BVG-Verkehr offen bleiben.
Zur Straße Alt-Moabit:
- Die Straße ist Unfallschwerpunkt für Fußgänger und Radfahrer auf der südlichen Straßenseite zwischen Stromstraße und Kirchstraße. Dies ist auf die große Zahl an Ausfahrten zurückzuführen.
- Auch hier soll ein Fahrradweg auf der Fahrbahn in dem genannten Bereich geschaffen werden.
- Auf der nördlichen Seite (am Kleinen Tiergarten) kann keine viel bessere Lösung als bisher gefunden werden.
Zur Markthalle und zum Rathaus:
- Die untere Etage des Eingangsbereichs des Rathauses soll als Durchgangsbereich von der Turmstraße zur Markthalle geöffnet werden.
- Um die Markthalle soll der Bereich durchgehend neu gestaltet und die Aufenthaltsqualität dadurch deutlich erhöht werden.
In der Diskussion gab es eine eindeutige Mehrheit der Anwesenden für eine Tempobeschränkung in der Turmstraße. Daraus resultierende Fragen an die Gutachter/innen konnten jedoch nicht vollständig beantwortet werden.
Vorschläge zu einem Zebrastreifen, zur zukünftigen Straßenbahnanbindung, ökonomischen Stärkung der Turmstraße, Linienführung und Haltestellen der BVG etc. blieben jedoch teilweise ohne befriedigende Antwort.
Unklar blieb der Weg der Einladung zu der Veranstaltung: Die knapp 55 Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich mehrheitlich aus der Gruppe der deutschen Männer über 40 zusammen. Positiv kann festgestellt werden, dass Menschen teilnahmen, die nicht an dem letzten Treffen in der Heiland-Kirche (auf dem die Stadtteilvertretung gebildet wurde) teilnahmen, aber die Plakate zur Veranstaltung waren beispielsweise am Abend im Rathaus, vorher jedoch für mich zumindest nicht sichtbar auf der Turmstraße angebracht.
Sicher habe ich vieles vergessen und freue mich über Ergänzungen in Kommentaren! Die Präsentation zum Gutachten liegt mir leider noch nicht vor. Es wird hier baldmöglichst eingestellt.
Ergänzung: Die Präsentation vom 19. November liegt jetzt zum Download vor.
| Anhang | Größe |
|---|---|
| Präsentation zum Verkehrsgutachten vom 19. November 2009 | 2.27 MB |

Offene Fragen Verkehrsgutachten
Bei der Veranstaltung sind bei mir etliche offene Fragen geblieben, die nicht beantwortet werden konnten. Eine Verantwortung trägt dafür auch die Diskussionsleitung von Herrn Preuss, der zunächst unterschiedliche Themenbereiche aufrufen wollte, was aus Zeigründen dazu führte, dass nicht alles angesprochen werden konnte.
Die Turmstraße und die Arminius-Markthalle leisten momentan nur noch die Nahversorgung. Dazu bekommt sie demnächst starke Konkurrenz von Edeka. Verkehr muss seinen Beitrag leisten, die Turmstraße ökonomisch zu stärken.
Die Tusnelda-Allee scheint eine wichtige Funktion zu haben, um Kunden der Markthalle aus dem Süden Moabits zum Einkaufen zu bringen. Hier wurde die Frage nach dem Verkehrsfluss nicht ausreichend beantwortet.
Es kann aber nicht sein, dass der ökonomisch schwache Moabiter Norden nur noch mit dem Fahrrad erreicht werden kann. Vielleicht sind es nur 100 Autos am Tag, die zur Markthalle fahren, aber wer die Markthalle kennt, weiß, dass die vorhandenen Händler auf diese Kunden nicht verzichten können.
Die Busse auf der Turmstraße sind immer verspätet. Zwar wurde erklärt, dass eine Busspur geprüft wurde, aber die Gründe, weshalb sie verworfen wurde, gingen nicht in die Diskussion ein. Hier muss wohl das schriftliche Gutachten abgewortet werden.
In den nächsten drei Jahren wird die Umgehungsstraße nördlich der Siemensstraße fertiggestellt. Die Siemensstraße soll dann verkehrsberuhigt gestaltet werden. Durchgangsverkehr von der Putlitzbrücke und der Perleberger Straße muss dann durch die Turmstraße fließen. Ist hier keine zufriedenstellende Verkehrssituation, fahren die Autos durch die Bugenhagenstraße und die Wiclefstraße. Hier machen 300 Autos mehr am Tag schon einiges aus!
Dazu gehört die Linienführung insgesamt (zum Virchow-Klinikum oder zum Mierendorff-Platz) und in Moabit (wo biegt die Bahn von Alt-Moabit auf die Turmstraße?)
Die Ausführungen, dass die Einrichtung schwierig sei, waren sehr unbefriedigend.
Sicher fallen anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung noch mehr Fragen und Vorschläge ein.
Fehler in der Wiedergabe
Weiterhin wurde ich auf zwei Fehler hingewiesen: Der von mir als Radweg auf der Fahrbahn bezeichnete Bereich ist in Wirklichkeit ein Angebotsstreifen, der für Lieferverkehr, Fahrräder etc. zur Verfügung steht.
Außerdem ist die Straßenbahnfrage wohl von Herrn Dittrich auf der Veranstaltung klar und eindeutig beantwortet worden. Hier bitte ich jedoch um Ergänzungen in Form von Kommentaren, weil ich die komplette Antwort leider nicht wiedergeben kann.
Stillstand ist kein Verkehr
Bisher scheint sich noch niemand damit beschäftigt zu haben, dass jedes Verkehrskonzept für die Turmstraße zum Scheitern verurteilt ist, solange dem ausufernden Parken in zweiter Reihe nicht entgegengetreten wird.
Es ist derzeit Fakt, dass die zahlreichen auf der Turmstraße verkehrenden Buslinien im Slalom um die in zweiter Reihe parkenden (nicht haltenden)herumfahren müssen.
Dies hat zur Folge, dass eine Fahrspur eben keine solche mehr ist.
So sehr ich eine Straßenbahn befürworten würde, so klar ist auch, dass dies vom zur Verfügung stehenden Platz kaum umsetzbar wäre, wenn wenigstens eine Pkw-Fahrspur je Richtung erhalten bleiben sollte.
Eine Lösung wären Kurzparkzonen entlang der Turmstraße. Ein gebührenpflichtiges Parken, das die Anwohner mit Vignetten ausstattet, käme ebenfalls in Betracht, hier wird es aber gewiß Widerstand geben.
Der Kerngedanke ist, das die Lenkung des vorhandenen Verkehrs nicht funktioniert. Da dieser jedoch vorhanden ist, muss er anders kanalisiert werden. Die Lösungen, die das Verkehrsgutachten bereithält, gehen mir zu sehr von einem fließenden Verkehr aus, der so aber nicht besteht.
Offenbar haben sich die Verkehrsplaner nicht die Mühe gemacht, die Situation vor Ort einmal in Augenschein zu nehmen.
Zebrastreifen
Soweit ich die Antwort zu meiner Frage "Warum nicht mehr Zebrastreifen (statt Ampeln)?" richtig verstanden habe, gilt in Berlin eine Bestimmung, nach der Zebrastreifen nur bei Straßen bis maximal zwei Fahrspuren und ohne Mittelinsel eingerichtet werden dürfen und diese dann auch noch aufwändig beleuchtet sein müssen.
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Vilmoskörtes Blog
Zebrastreifen
Ich denke ein Zebrastreifen wäre möglich, denn es gibt ja den Mittelstreifen auf der Turmstraße. Es darf kein Zebrastreifen über eine mehr als 2spurige Fahrbahn angelegt werden ohne eine Mittelinsel gleichzeitig einzurichten. Darauf wartet ja noch seit langem die Perleberger Straße an der Kreuzung zur Lübecker Straße.
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